12.09.2005
Der grüne Außenminister besuchte im Rahmen seiner Wahlkampftour das zweite Pollmeier-Laubholzsägewerk in Mecklenburg-Vorpommern.
Vermutlich wollte Fischer mit eigenen Augen sehen, was aus dem geworden ist, wofür er einst Pate gestanden hatte: Denn 1998 setzte er, damals noch als Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bundestag, den symbolischen Spatenstich, aus dem der zweite Sägewerkstandort des Buchensägers Pollmeier aus dem thüringischen Creuzburg wurde. Und nicht nur das hochmoderne Pollmeier-Sägewerk versetzte den Grünenpolitiker bei seinem Betriebsrundgang am Samstag-Nachmittag offensichtlich in Erstaunen: Von frustriertem Osten jedenfalls sei hier nichts zu spüren, sagt er unter Verweis auf die Wahlkampfaussagen seines politischen Gegners aus Bayern. Denn die Pollmeier-Gruppe befindet sich im Aufwind: "Wir könnten in Malchow weit mehr produzieren, wenn wir im Umkreis um unseren zweiten Standort mehr Rundholz einkaufen könnten", erläutert Geschäftsführer Kröger. In Mecklenburg-Vorpommern sinkt seit der Privatisierung nach der Wende das Rohholzaufkommen, obwohl in den Wäldern genügend Holz vorrätig ist. Oftmals bleiben gerade im Kleinprivatwald die Bäume ungenutzt stehen und überaltern. Die Folgen für Pollmeier sind unterm Strich höhere Kosten für den Holzeinkauf aufgrund der ungünstigen Rohstoffversorgung. Das Werk dort läuft daher aktuell trotz starker Nachfrage aus den international Märkten im Gegensatz zum Standort Creuzburg nur einschichtig. Trotzdem wird Pollmeier den Standort Malchow nach Aussage der Geschäftleitung verstärken: In den nächsten Wochen wird eine Deckschichtenanlage zur Produktion von Dünnschnittfurnier in Betrieb genommen. Zudem ist man bei Pollmeier gemeinsam mit der Landesforstverwaltung in Mecklenburg-Vorpommern verstärkt aktiv, um zukünftig mehr Rundholz, insbesondere aus den Privatwäldern, zu mobilisieren.
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