Holz-Beton-Verbunddecke aus BauBuche - ETH House of Natural Resources

Das Zusammenwirken von Holz und Beton bringt die besten Eigenschaften beider Baustoffe zum Vorschein. Besonders deutlich wird das am Beispiel der ETH Zürich, wo für den Neubau der Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) eine Holz-Beton-Verbunddecke aus Pollmeier BauBuche eingesetzt wurde.

Das Projekt im Überblick

Bauherr ETH House Of Natural Resources, Hönggerberg, Zürich
Planung Prof. Dr. Andrea Frangi, ETH Zürich
Werkstoff BauBuche Platte Q und BauBuche Träger GL 70

Das viergeschossige Bürogebäude wird in Massivbau (Geschosse A und B) und in Holzbauweise (Geschosse C und D) erstellt. Die Geschosse A und B werden in Stahlbeton ausgeführt, die Tragstruktur für die Geschosse C und D in Holzskelettbauweise (Stützen-Träger-Rahmenkonstruktion), die Geschossdecke C als Holzbetonverbunddecke. Für die vertikale Erschließung wird eine Treppenanlage in Mischbauweise erstellt. Die Abmessungen des Bürogebäudes betragen etwa 21 m x 21 m.

Die Tragkonstruktion besteht aus einer in beiden Hauptrichtungen vorgespannten Holzrahmenkonstruktion. Träger sowie Stützen wurden aus Brettschichtholz (BSH) gefertigt.

Die Holz-Beton Verbunddecke besteht aus 6.48 m langen Buchenfurnierschichtholzplatten (Pollmeier BauBuche) und Beton C 50/60. Die Dicke der Buchenplatten beträgt ca. 40 mm und die Betondicke 160 mm. Der Verbund zwischen Holz und Beton erfolgt mit 15 mm tiefen rechteckigen Kerben in der Holzplatte. Die Betonplatte wird mit Betonstahl B500B unten und oben in beiden Richtungen bewehrt.

Im ETH House of Natural Resources wird ein dichtes Sensornetzwerk installiert, um das Tragverhalten der Struktur während des Bauvorgangs und der Nutzung des Gebäudes zu erfassen. Insbesondere werden 16 Kraftmessdosen installiert, welche die Vorspannkraft in jedem Spannkabel überwachen. Zudem werden zwei unterschiedliche optische Dehnungsmesssysteme eingebaut, welche die Dehnungsverteilung im Holzrahmen langfristig aufzeichnen. Die absoluten Verformungen des gesamten Systems werden stündlich mit einem Tachymeter aufgezeichnet. Die Feuchtigkeit in der Holzkonstruktion wird ebenfalls in regelmäßigen Zeitabständen aufgezeichnet. Das umfassende Überwachungssystem dient dazu, das Tragverhalten des Gebäudes über einen Zeitraum von mehreren Jahren zu erfassen und somit, das Langzeitverhalten dieser innovativen Holzbaukonstruktion zu quantifizieren.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der ETH Zürich: http://www.honr.ethz.ch/

Die Vorteile einer Holz-Beton-Verbunddecke liegen auf der Hand: Tragfähigkeit und Steifigkeit sind im Vergleich zu reinen Holzdecken deutlich höher. Zudem verfügen sie über einen hohen Feuerwiderstand und gute Schallschutzeigenschaften. Holz-Beton-Verbunddecken werden als massive Decken im mehrgeschossigen Holzbau und als effiziente Sanierungsmethode für bestehende Holzbalkendecken objektspezifisch eingesetzt. Im Vergleich zu herkömmlichen Stahlbetonflachdecken weisen Holz-Beton-Verbunddecken ökologische (z.B. geringere graue Energie und Treibhausgasemissionen) und statische Vorteile (z.B. Reduktion des Eigengewichtes) auf; sie sind jedoch nicht immer wirtschaftlich konkurrenzfähig. Durch den Einsatz von BauBuche und die damit verbundene Materialersparnis bei gleicher Leistung kann nicht nur der Holzquerschnitt reduziert, sondern auch die Kosten gesenkt werden.

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Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihre eigenen Projekte und Produkte aus dem neuen Werkstoff BauBuche von Pollmeier einzureichen.

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