Holzfachwerk aus BauBuche Produktionshalle in Vorarlberg, Österreich

Die Fachwerkträger sollten wenig Höhe beanspruchen, schlank bemessen sein und ca. 17 Meter überspannen. Um dies zu erreichen, planten die Experten von i+R Holzbau das Dachtragwerk ihrer neuen Produktionshalle in BauBuche. Die Halle ist der erste Gewerbebau, der mit dem neuen Baumaterial aus Buchenholz realisiert wurde.

Das Holzfachwerk im Überblick

Planung i+R Holzbau GmbH, Lauterbach (AT)
Werkstoff Buchenfunierholz (BauBuche), Stahlbeton
Grundfläche 17,30 x 95,00 m
Gesamthöhe 11,70 m
„Hakenhöhe“ Einträger-Laufkran 6,50 / 7,70 m
Projektleiter Ingo Feichter

Holzfachwerk aus Buche – schlank und zukunftsweisend:
Produktionshalle in Vorarlberg

Bei diesem Neubau wurde das industriell hergestellte Furnierschichtholz BauBuche erstmalig für einen Gewerbebau eingesetzt. Die Auftraggeberin i+R Holzbau GmbH hat gleich mehrere Rollen: sie ist Bauherr, Planer, ausführender Betrieb und Nutzer zugleich. Auch die Statik für die neue Halle aus BauBuche wurde im eigenen Haus in Lauterach erstellt – von Projektleiter und Diplomingenieur Ingo Feichter, der als Bauingenieur das Tragwerk der Halle berechnet hat.

»Die BauBuche hilft, die Transportkosten zu senken und ist damit letztendlich auch ein Beitrag zum Umweltschutz.« (Hermann Böhler)


Mehr "Hakenhöhe" bei begrenzter Gebäudehöhe


Der Neubau musste mehr Höhe bieten als die beiden bestehenden Hallenschiffe. Durch die Verwendung von BauBuche konnte das Dachtragwerk deutlich niedriger dimensioniert werden. "Was in diesen Dimensionen sonst nur mit Stahl umsetzbar wäre, können wir nun auch in Holz machen. Auch gedrückte Bauwerke lassen sich so mit möglichst hohen Raumhöhen umsetzen.", sagt Geschäftsführer Hermann Böhler. Auch von der filigraneren Optik der Fachwerkträger aus BauBuche ist der Holzbau-Experte überzeugt: "BauBuche ermöglicht ein Einsparungspotenzial des Trägerquerschnitts um 30 bis 55 % im Vergleich zu herkömmlichen Fichtenbindern. Das Tragwerk unserer neuen Halle wäre mit einer Spannweite von ca. 17,0 m als Fichtenkonstruktion nur in der doppelten Breite der Träger ausführbar gewesen." Architektonisch anspruchsvolle, schlankere Holzkonstruktionen sind mit BauBuche möglich. Laut Böhler war es die richtige Entscheidung, mit dem neuen Baustoff zu bauen: "Jeder, der in die neue Halle kommt, schaut nach oben und sagt 'Das ist ein Wahnsinn!'", freut sich der Geschäftsführer.


Kostenneutral - Dank geringerem Materialverbrauch


Im Vergleich zu Nadelholz ist der Einsatz der BauBuche kostenneutral. Denn durch die höhere Festigkeit der BauBuche können Bauteile schlanker bemessen werden, das benötigte Materialvolumen ist also deutlich geringer: Aus rein ökologischer Sicht spricht der geringere Materialverbrauch für die BauBuche.


Insgesamt wurden in Lauterach 90 m³ BauBuche für das Dachtragwerk, die Kranbahnen und Dachrippen eingesetzt. Bei Verwendung von Brettschichtholz wäre der Holzverbrauch wesentlich höher gewesen, wie ein Vergleich am Beispiel der Pultdachbinder zeigt:
Nur 1,8 m³ BauBuche waren für jeden der gut 17 Meter langen Bauteile erforderlich. Für die Ausführung in Brettschichtholz hätte man 3,4 m³ benötigt, beim klassischen (Nadel-)Holzfachwerk wären also jeweils 2,5 m³ (bei 20 cm mehr Konstruktionshöhe) erforderlich gewesen.


Der Kran rollt nun auf Buchenholzbalken


Das Potential der BauBuche ist durch klassische Holzbau-Elemente wie Stützen, Dachträger oder Sparren noch nicht ausgereizt. Dass mit BauBuche (fast) so schlank wie mit Stahl geplant und gebaut werden kann, beweisen die Kranbahnen in der Vorarlberger Holzbau-Halle: Sie sind ebenfalls aus BauBuche realisiert und sparen im Vergleich zu Fichtenholz 20 cm Bauhöhe. Die drei Einträger-Laufkräne mit je 5 Tonnen Tragfähigkeit gleiten über eine dünne Stahlschiene, die direkt auf die Balken geschraubt ist. Die Lastverteilung ist dank der großen Festigkeit des Holzes kein Problem.


Bei mehreren anstehenden Industriebau-Projekten kann sich Geschäftsführer Hermann Böhler die Umsetzung mit BauBuche gut vorstellen. Er hofft, seine Kunden von den Vorzügen des Materials überzeugen zu können. Am Beispiel des neuen Referenzprojekts auf dem eigenen Firmengelände kann er die Vorteile der BauBuche nun gleich vor Ort demonstrieren.
 

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