Zukunftspavillon in Frankfurter Innenstadt

Auf dem Goetheplatz in Frankfurt am Main steht seit Ende 2015 ein 30 Meter langer und acht Meter hoher Fachwerk-Pavillon aus Buchenholz. Betrieben wird der sogenannte "Zukunftspavillon" von den Veranstaltern des "Architektursommers Rhein-Main" zusammen mit der Urban Gardening-Initiative "Frankfurter Garten". Ein Jahr lang bietet der temporäre Bau Platz für Ausstellungen, Vorträge und Workshops und steht den Bürgern auch für private Veranstaltungen zur Verfügung.

"Zukunftspavillon" im Detail

Bauherr  Architektursommer Rhein-Main Frankfurt/Offenbach e.V.
Architekt Ian Shaw Architekten BDA RIBA, Frankfurt am Main
Tragwerksplanung Bollinger + Grohmann, Frankfurt am Main
Bauort  Goetheplatz, Frankfurt am Main
Material 45 m³ BauBuche Träger
Grundfläche 225 m²
Realisierung 2015
Fotograf Chris Kister

 

Der Pavillon besteht aus einem Buchenfachwerk und ist mit Fassadenplatten aus dem Fiberglas-artigen Material Scobalit gegen Witterung geschützt. Die transluzente Gebäudehülle erfüllt dabei gleich zwei Funktionen: Tagsüber wird so der Innenraum belichtet; in der Nacht strahlt der beleuchtete Quader über den weiten Platz. An der Ostseite des Pavillons befindet sich eine Bühne, an der Westseite die Bar für den Café-Betrieb und die Sanitäreinheit mit umweltfreundlichen Kompost-Toiletten. Bis auf den Boden wurden alle Einbauten mit Trägern und Platten aus BauBuche realisiert – so harmonieren sie gut mit der Holzrahmenkonstruktion aus demselben Material. "Wir wollten so viel Holz wie möglich zeigen" sagt Ian Shaw über den Entwurfsprozess. Auch um einen späteren Wiederaufbau zu ermöglichen, sollten nur Steck- und Schraubverbindungen zum Einsatz kommen. "Darum haben wir eine Stiftverbindungsmethode entworfen, die ohne Leim auskommt. Die BauBuche ist extrem stabil – man kann schlanke Profile damit erzielen" so der Frankfurter Planer. Mit herkömmlichen Holzwerkstoffen wäre das nicht möglich gewesen.

Die rings um das Gebäude aufgehängten Pflanzkübel dienen nicht nur dem Urban Gardening, sondern auch der Statik. Da der Pavillon nach einem Jahr Standzeit wieder abgebaut werden soll, durfte er nicht im Boden verankert werden. In Zusammenarbeit mit dem Tragwerksplaner Achim Vogelsberg von Bollinger + Grohmann entwickelte der Architekt daher ein Verankerungsprinzip, das die Last der Pflanzkübel nutzt, um das Gebäude vor dem Abheben zu bewahren: Zugkräfte, die z. B. durch Windlasten aus der Fassade entstehen, werden über die Pfosten des Fachwerks in eine umlaufende Fußschwelle zu den vier Gebäudeecken geleitet. Dort wirken die mit Kies und Erde gefüllten Pflanzkübel als stabilisierendes Gegengewicht und sorgen dafür, dass der Zukunftspavillon nicht die Bodenhaftung verliert.

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