Kleinturnhalle nutzt BauBuche für optimale Raumwirkung

Islisberg, Switzerland

Seit September 2017 hat die kleine Gemeinde Islisberg in der Schweiz ein Fitnessstudio. Genauer gesagt das Steindler Schulgelände, zu dessen Gebäudeensemble nun auch eine längst überfällige Turnhalle gehört. Früher mussten Schulen und Sportvereine für die körperliche Ertüchtigung in die Nachbarorte Arni und Bonstetten fahren. Das ist nicht mehr notwendig.

Beteiligte

Bauvorhaben

Neubau einer Turnhalle für die Schulanlage Steindler

Gebäudevolumen (SIA 416)

3,564 m3

Bruttogeschossfläche

584 m2

Materialmenge Hallentragwerk

16 m3 BauBuche

Baukosten

2.3 Millionen Franken

Bauherr

Einwohnergemeinde Islisberg

Planung/Architekt
Tragwerksplanung

Makiol Wiederkehr AG, Beinwil am See

Holzbau
Fertigstellung

2017

Produktion BauBuche Bauteile

Pollmeier, D-99831 Amt Creuzburg

Fotos

Yves Siegrist

Projektinformationen

Genau ein Jahr dauerte die Bauzeit. Der Spatenstich erfolgte im Sommer 2016. Das vorhandene Grundstück war zwar nicht üppig für die Bauaufgabe. Eine optimierte Grundrissgestaltung ermöglichte es aber, das geforderte Raumprogramm kompakt und funktional unterzubringen. Hierfür hat die Langenegger Architekten AG aus Muri (Schweiz) das Bauvolumen einfach gegliedert: Der Neubau schließt im rechten Winkel an das bestehende Schulhaus an und fügt sich ebenso ideal in das Bestands-Ensemble ein wie in die Umgebung. Das Gebäudevolumen mit knapp 38 m Länge, etwas mehr als 13 m Breite und rund 7,50 m Höhe liegt aufgrund der Geländetopographie teilweise im Erdreich. Der Sockelbau der Turnhalle ist daher in Stahlbeton ausgeführt, wobei die Außenwände entsprechend der Geländehöhe auf den beiden Längsseiten unterschiedlich hoch sind. So sind auch die beiden Eingänge auf unterschiedlichen Niveaus, was günstig war, um auf die jeweiligen Bedürfnisse von Schule und Vereinen zu reagieren. Neben der Sporthalle sind im Erdgeschoss der Geräteraum und die sanitären Anlagen untergebracht. Im Obergeschoss befinden sich die Zuschauer-Galerie und die Garderoben. Dieser Gebäudeteil wurde über beide Geschosse in Stahlbeton ausgeführt und ist der Turnhalle, die eine Grundfläche von 12 m x 24 m hat, quasi angegliedert.

 

Tragwerk aus BauBuche setzt auf Sockelbau auf

Der auf den Sockelbau aufgesetzte Hallenteil ist in Holz errichtet. Balken auf zwei Stützen in Reihung bilden das Haupttragwerk, für das Yves Siegrist von Langenegger Architekten BauBuche gewählt hat. Im Abstand von 4 m, dem Achsraster in Gebäudequerrichtung, sind die Binder auf die Stützen (b/h = 20 cm x 20 cm) aufgelegt und über Schlitzbleche und Stahlplatten an sie angeschlossen. Bei der dazwischen eingefügten Pfosten-Riegel-Verglasung kam für die tragenden Teile ebenfalls BauBuche zum Einsatz. In beiden Fällen wollte der Architekt maximal schlanke Bauteile, sowohl aus ästhetischen als auch aus wirtschaftlichen Gründen. Denn die wegen ihrer hohen Dichte besonders formstabile und homogene BauBuche ermöglicht dies in besonderem Maße durch ihre hohe Festigkeit und Steifigkeit. Sie ist bis zu dreimal tragfähiger als Fichten- bzw. Nadelholz. „Als positiver Aspekt kam noch hinzu, dass mit BauBuche aufgezeigt werden kann, wie eine sinnvolle Anwendung für das in einheimischen Wäldern in großen Mengen anfallende Buchenholz aussehen kann“, erklärte Siegrist.

 

Filigrane Bauteile für harmonische Gesamtwirkung

So kamen die Dachbinder der Turnhalle bei rund 12,60 m Spannweite mit Querschnittsabmessungen von nur 90 cm Höhe und 20 cm Breite aus. Durch die geringere Trägerhöhe der Dachbinder fiel auch die Gebäudehöhe insgesamt niedriger aus und sparte dadurch ebenso Konstruktionsmaterial wie Fassadenfläche und damit Baukosten. Die schlanken Dachbinder und die höhenversetzten, feingliedrigen Fensterbänder an den Längsseiten des Gebäudes tragen vor allem zum eleganten Erscheinungsbild des Halleninneren bei und setzen damit den architektonischen Entwurf optimal um. Die Zuschauer-Galerie im Obergeschoss betont darüber hinaus den großzügigen Gesamteindruck der Kleinturnhalle. Belichtung und natürliche Belüftung sind dank der Verglasung beider Längsfassaden ideal gelöst. Architekt Yves Siegrist fasst es so zusammen: “BauBuche hat uns für den Turnhallenneubau auf unterschiedlichen Ebenen überzeugt. Die herausragenden technischen Eigenschaften des Materials haben es uns erlaubt, eine elegante und filigrane Halle zu konstruieren. So konnte eine harmonische Gesamtwirkung erzeugt werden, die gleichzeitig Modernität, Präzision und atmosphärische Wärme vermittelt.“

 

Dach- und Wandaufbauten mit raumseitigen Akustiktäfern

Zwischen den Dachbindern ist eine Rippenplatte eingefügt. Sie schließt oberseitig mit einer Dreischichtplatte ab. Zusammen wirken sie als aussteifende Dachscheibe. Darauf folgt eine Dampfbremse, eine alukaschierte, 14 cm dicke PUR-Dämmung, eine zweilagige Polymerbitumenabdichtung, ein Schutzflies, Granulat und eine extensive Dachbegrünung. Unterseitig sind Akustiktäfer aus Fichte montiert, auf Lücke verlegte Brettlamellen mit hinterlegter, 8 cm dicker Akustikdämmung. Die in Holzrahmenbauweise ausgeführten und gedämmten Außenwände erhielten raumseitig ebenfalls Akustiktäfer. Ballwurfsicher verschraubt absorbieren sie zusammen mit den Deckenelementen einen Großteil des Schalls. Die Hallenkonstruktion erreicht mit ihren Dach- und Wandaufbauten einen U-Wert von 0,155 W/(m2K).

 

Sorgfältig eingepackt für einwandfreies Erscheinungsbild nach der Montage

Die Montage startete im November 2016 und dauerte etwa zwei Wochen. Regnerisches Wetter bot ungünstige Rahmenbedingungen. Das Holzbauunternehmen, die Max Vogelsang AG, sorgte jedoch dafür, dass die BauBuche-Träger und -Stützen sorgfältig eingepackt vor Feuchtigkeit geschützt waren. Das Ergebnis spricht für sich. Das makellose Aussehen und ihre freundliche Ausstrahlung macht die Turnhalle für viele Nutzer zu einem Lieblingsort.

– Text by Susanne Jacob-Freitag –

 

Lageplan

Lageplan

 

Realisierung

Grundriss EG

Grundriss OG 1

Schnitte

Deckenaufbau

Wandaufbau

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